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Urlaub pur, Schweiz total!
Diese Tour macht Ferienstimmung. Sie ist ein Highlight für alle Schweiz-Liebhaber – und vor allem auch Liebhaberinnen. Als praktische 2-Level-Tour bietet sie den „Leichten“ wohlverdiente Entspannung und den „Mittleren“ knackige Neuentdeckungen. Jeden Tag kann neu entschieden werden, bei welcher Gruppe man (oder frau) mitfährt. Dieses Alpenspecial eignet sich hervorragend für zweisames Unterwegssein – garantiert ohne Urlaubszoff.
Gesegnete Himmelfahrt Wir starten in der Klosterstadt Einsiedeln, einem beliebten Wallfahrtsort für inspiriertes Krafttanken. Die Klosterkirche ist unbedingt ein Besuch wert – zum Beispiel, bevor wir uns am Vorabend im Hotelrestaurant zum gemütlichen Kennenlernen treffen.
Der Frauenbrunnen mitten auf dem Klosterplatz gibt uns den Startschuss. Wer Lust hat, trinkt von jeder der 14 Quellen einen kleinen Schluck – das soll Glück bringen. Zuerst folgen wir dem wanderlustigen Jakobsweg hinein ins urchige Alptal. Auf Schotterwegen gewinnen wir langsam an Höhe, bis zur ersten Pause nach 15 Kilometern. Ab hier führt uns die Strecke stetig bergan und wir meistern die ersten 300 Höhenmeter. Oben eröffnet sich eine kleine Offenbarung: die südlichen Alpengipfel in ihrer vollendeten Pracht. Auf einem herrlichen Panoramaweg auf 1400 m Höhe erreichen wir passend zur Mittagszeit das Aussichtsrestaurant Holzegg. Zum Dessert lassen wir uns genüsslich die Tages-Abfahrt auf den Pneus zergehen. Wir steuern unsere Mountainbikes nach Ägeri, zur ersten Übernachtung direkt am See. Die mittelschwere Gruppe zieht einen weiteren Bogen am Sihlsee vorbei nach Oberiberg. Von da aus geht’s „obsi“ ins Zürcher Skigebiet Hoch-Ybrig. Auch diese Gruppe kommt in den Genuss eines prächtigen Panoramatrails, um die beiden Mythen herum und hinunter zum Ägerisee.
Ins Schwarze der Ur-Schweiz
Am Dienstag fahren beide Gruppen gemeinsam los und bleiben über das historische Morgarten bis zum Lauerzersee zusammen. Ab da geht’s auf getrennten Wegen zur Rigi, dem imposanten Hausberg der eigensinnigen Innerschweizer. Gut fahrbare Nebenstrassen führen gleichmässig bergan, bestückt mit unvergesslichen Aussichten auf die Seen der Voralpen. Nach einer Mittags- und Fotopause am Pass rauschen wir 600 Höhenmeter hinab zum Vierwaldstättersee. An den Gestaden von Gersau stechen wir in See und lassen uns von der Fähre mitsamt Mountainbike übersetzen. Dieser Tag ist an Kurzweil kaum zu überbieten.
Pilgern der besonderen Art Der dritte Tag wird zeitlos. Wir folgen wiederum dem Jakobsweg und fahren in blickreicher Hanglage Richtung Sarnersee. Unsere Strecke wird wiederholt von kleinen Tobeln und Zwischentälern coupiert. So surfen wir von einer Aussicht zur nächsten. Oberhalb von Kriens biegen wir nach Süden ab und peilen das idyllische Sarnen an. Nicht umsonst haben sich hier die reichsten Europäer pompöse Luxusresidenzen an prächtiger Südlage gebaut. Am Schluss des Tages sind wir überrascht, dass wir so ganz nebenbei 900 echte Schweizer Höhenmeter eingesammelt haben. Die Mittelstarken nehmen sich einen zusätzlichen Pass im Zentralschweizer Format vor. So erreichen auch sie das Hotel in Sarnen – allerdings mit einigen Umdrehungen mehr auf dem Zähler.
In voller Grösse Am vierten Tag steht der Brünig auf dem Programm. Über zwei neckische Stufen erreichen wir den kitschig-blauen Lungernsee. Auf einem kaum befahrenen Forstweg können wir die Bergriesen um uns herum in vollen Zügen geniessen. Dem Pilgerweg entlang kurbeln wir uns hoch zum Brünigpass – immer im grünen Pulsbereich. Hier zeigen sich uns zum ersten Mal die 4000er des Berner Oberlandes: Eiger, Mönch und Jungfrau. Diese Giganten hüllen sich selbst im Hochsommer in dicke Schneedecken. Jenseits des Passes biegen wir nach Osten ab und lassen unsere Mountainbikes in Hasliberg einrollen. Wer sich am Morgen für mehr Höhenmeter entscheidet, erlebt eine Reise ins Märchenland. Mit Gesteins- und Baumformationen à la „Herr der Ringe“ enthüllt dieser Tag einen echten Alpen-Insider. Freilich nicht umsonst: Es erwarten uns ein paar kalorienintensive Schiebepassagen nach Schweizer Art. Auf dem höchsten Punkt wird auch die mittlere Gruppe von der vierten Dimension der Berner Alpen erfasst. Nach einem epischen Trail und rauschenden Downhill stossen wir im Hotel zu den anderen.
Grande Finale Unser heutiges Ziel wird für beiden Gruppen gross geschrieben: Grosse Scheidegg. Nach einer Frühstücks-Abfahrt nach Meiringen erreichen wir die 120 Meter hohen Reichenbachfälle. 1891 stürzte hier die Romanfigur Sherlock Holmes nach einem erbitterten Zweikampf gemeinsam mit seinem Erzfeind Professor Moriarty den Wasserfall hinab. Sherlock Holmes überlebte natürlich. Er nutzte den Coup, um seinen eigenen Tod zu inszenieren. Eine Gedenktafel erinnert an diesen pseudo-historischen Vorfall.
Wir haben bereits die ersten Höhenmeter geschafft. Jede und jeder fährt sein eigenes Tempo. Niemand macht Druck, wir haben alle Zeit der Alpenwelt. Der Forstweg führt uns den Rosenlaui-Gletscher mit seiner berühmten Schlucht vor. Spätestens ab hier sind wir für uns allein, die Strecke ist für Autos gesperrt. Kurve um Kurve arbeiten wir uns nach oben. Es macht Spass, denn schliesslich ist klar: das ist der finale Anstieg. Auf fast 2000 Meter Höhe stehen wir am höchsten Punkt unserer Mountainbike-Tour, der Grossen Scheidegg. Die Belohnung ist gebührend: zuerst in Form eines stärkenden Mittagsschmauses und anschliessend mit einer phantastischen Abfahrt nach Grindelwald. Wer es gleichmässig mag, wählt die asphaltierte Passstrasse. Wer die Herausforderung bevorzugt, erlebt hier 1000 Tiefenmeter Mountainbike-Spass à la carte. Mit dem Stolz und der Zufriedenheit echter Insider rollen wir nach Grindelwald. Ein paar Kilometer weiter talwärts erwartet uns Gemütlichkeit im Chaletstil und eine wohltuende Dusche. Das traditionelle Schweizer Bauernbuffet lässt keine Kalorienwünsche offen. Am Samstagmorgen bringt uns ein Shuttle bequem und sicher zurück nach Einsiedeln.
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